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Hägar 3-4

Ulrike Dansauer
Dienstag, 07. April 2009

Hägar der Schreckliche, Gesamtausgabe 3-4
Tagesstrips von 1977 bis 1979, Sonntagsstrips von 1973 bis 1979
Dik Browne
Hägar the Horrible
Aus dem Amerikanischen von Michael Bregel
Egmont Ehapa, Köln 2008
Hardcover
Je 320 Seiten
€ je Band: 29, 95 [D]; 30, 80 [A]
ISBNs: 978-3-7704-3149-6 (Bd. 3), 978-3-7704-3150-2 (Bd. 4)

 

In diesen Bänden denkt Helga darüber nach, was es heißt, die Frau eines Wikingers zu sein. Nebenbei erklärt sie Honi die Männerwelt, Hägar erklärt seinem Sohn die Tugenden der Wikinger und Sven Glückspilz kapiert mal wieder gar nichts. Also alles beim Alten.

 

Es ist doch immer wieder verblüffend, wie treffsicher Browne das Frau-Mann-Verhältnis einfängt. V.a. wenn man bedenkt, dass diese Strips in den 70ern entstanden sind und sich bis heute nicht wirklich etwas geändert hat. Gerade, dass mann meist erzogen werden muss, kennt frau immer noch zur Genüge, gell?^^ Und dass das Schwerstarbeit ist, auch. Und dass die Hausarbeit immer noch an den Frauen kleben bleibt, ebenfalls. Und dass Hausarbeit nicht gewürdigt wird, sowieso. Sprich: Grundlegende Rollenklischees werden witzig verpackt – und hoffentlich denkt Leser mal darüber nach bzw. darüber hinaus.

Ansonsten sind die Vorworte von Michael Bregel wieder gewohnt informativ. Im dritten Band lässt Bregel sich über Brownes Humor aus, erzählt nebenbei humorige Situationen aus Brownes Privatleben, die ihn zu den Gags inspiriert haben, und von dem (fast endgültigen) Wikinger-Handbuch. Im vierten Band analysiert er die Struktur der Sonntagstrips und gibt Einblicke in deren Entstehungsgeschichte. Besonders interessant: Die Wegwerfpanels. Durch die unterschiedliche Struktur der Zeitungen sind die Zeichner angehalten, ihre Comics so zu gestalten, dass die Zeitungen notfalls Panels weglassen können. Dik Browne entwickelte daraufhin den Gag im Gag: Die ersten beiden Panels sind im Prinzip schon in sich abgeschlossen. Achtet man auf dieses Detail, fällt einem beim Lesen wirklich auf, dass viele der Hägar-Sonntagsstrips Gags in Gags aufweisen. Was dann allerdings auch auffällt: Die restlichen Panels klappern dann oft nur noch hinterher, d.h. der Strip wirkt aufgebläht. Schlussendlich ist Browne eher ein Meister der 3-Panel-Strips (und die Gags dort landet er punktgenau!) und nicht der Sonntagstrips.

Fazit: Virtuoses, hintersinniges Spielen mit Rollenklischees!

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