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Quarber Merkur

Alisha Bionda
Freitag, 13. Februar 2009

Dezember 2006
308 Seiten
Paperback A5
EUR 15,50
ISBN 978-3-932621-91-8
Bestellung: edfc@edfc.de
(nur auf Rechnung – bitte Anschrift angeben)

INHALT

Simon Spiegel
Der Begriff der Verfremdung in der Science-Fiction-Theorie. Ein Klärungsversuch
Thomas Ballhausen

Cyberpunk im Dienst der Metafiktion. Liesl Ujvarys "Kontrollierte Spiele" und die poetologischen Prinzipien der reflexiven Prosa

Thomas Harbach

Carl Grunert: Von bösen Außerirdischen und wahrer Liebe

Christian Stiegler

Zwischen Unschuld und Bedrohung. Die Rolle des Kindes in den Werken von Stephen King

Oleg Schestopalow

Verantwortung und Wahl

Matthias Schwartz

Dr. Liveseys fantastische Diagnosen. Zum ,Wachen'-Zyklus von Sergej Lukianenko

Christian Schobeß

"SAIÄNS-FIKTSCHEN": Franz Fühmanns Konzept von Science Fiction

M. K. Hageböck

Tolkien Reloaded. Tonkonserven erzählen die Geschichte von Mittelerde

Marianne Gruber

Wildganspreis für Barbara Neuwirth am 29.6.2006

Karin Pircher

"Ein Bürger zweier Welten". Wiederkehrende Motive in den Romanen Gustav Meyrinks. Teil I: Gustav Meyrink – Leben und Werk

Rezensionen von Franz Rottensteiner, Frank Rainer Scheck, Thomas Harbach, Florian F. Marzin, Ulrich Spiegel, Horst Walter, Roland Innerhofer

REZENSION

Nachdem er mir namentlich natürlich schon länger ein Begriff war, war der Quarber Merkur 103/104 die erste Ausgabe, die ich in Händen hielt – leider erst jetzt muss ich nun sagen, denn "Dr. Franz Rottensteiners Literaturzeitschrift für Science Fiction und Phantastik" ist wirklich erste Sahne.

Sowohl inhaltlich, als auch optisch.

Als prall gefülltes Paperback, im zweispaltigen Layout und mit zahlreichen Innengrafiken/Coverabbildungen versehen, macht es wirklich etwas her. Vom Infotainment durch informative Essays - aber auch durch den "Seziertisch", sprich dessen beachtliche Fülle von Rezensionen.

Beginne ich mit den Essays.

Fast alle Autoren sind sich einig, dass SF die von ihr dargestellten Dinge in irgendeiner Weise verfremdet. Darüber hinaus herrscht wenig Einigkeit; wie so oft bei scheinbar allseits akzeptierten Begriffen versteht jeder etwas anderes unter Verfremdung.

Simon Spiegel versucht sich in seinem Artikel "Der Begriff der Verfremdung in der Science-Fiction-Theorie. Ein Klärungsversuch" mit eben jenem.

Thomas Ballhausen hingegen befasst sich anhand des 2002 erschienen Romans Kontrollierte Spiele der österreichischen Autorin & Künstlerin Liesl Ujvarys mit den poetologischen Prinzipien der reflexiven Prosa.

Obwohl sein phantastisches Werk mit insgesamt zweiunddreißig Kurzgeschichten und novellenartigen Stories und einigen wenigen satirischen Artikeln sehr klein ist, kann man Carl Grunert als Bindeglied zwischen den feinsinnigen Gedankenpyramiden eines Kurd Lasswitz und dem rein technischen, machtbetonten Ansatz eines Hans Dominik betrachten. Aus diesem Grund widmet sich der Artikel von Thomas Harbach mit dem Leben und Werk Carl Grunerts.

Der Einfluss, den Stephen King auf die gegenwärtige, phantastische Literatur ausübt, kann nur schwer in Worte gefasst werden. Christian Stieglers Essay beschäftigt sich mit einem Thema, das bisher noch relativ ignoriert bzw. dem nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde: Kinder sind in Kings Texten immens wichtig und ihre Rolle ist sehr oft nicht nur handlungstragend, sondern auch psychologisch ausgefeilt.

Christian Stiegler nimmt diesen Aspekt unter die Lupe!

Frank Fühmanns Vorbemerkungen bilden den Auftakt zu den Kurzgeschichten des Erzählbandes SAIÄNS-FIKTSCHEN. Darin erläutert er, was ihn dazu bewogen hat, dieses Genre in spielerisch-ironischer Art und Weise zu verwenden.

Christian Schobeß erläutert "Franz Fühmanns Konzept von Science Fiction".

Gustav Meyrink ( 1868-1932) war bereits zu seinen Lebzeiten eine umstrittene Persönlichkeit – er wurde entweder verehrt oder gehasst – und ebenso widersprüchlich war die Einschätzung seiner Werke.

Karin Pircher nimmt sich des Themas "Wiederkehrende Motive in den Romanen Gustav Meyrinks" an...

... um nur einige der hochinteressanten Artikel aus dieser Ausgabe des Quarber Merkur zu nennen!

Darauf folgt der ebenso beeindruckende Rezensionsteil von knappen hundert Seiten!!!!!

Komme ich zu der Aufmachung:

In unserer virtuell bunten und somit unruhigen Zeit hebt sich für mich der Quarber Merkur in seiner Schwarz-Weiß-Optik wohltuend ruhig, und auf das wesentliche – "den Text" – beschränkt, ab.

Somit ist diese Literaturzeitschrift – auch durch das handliche Paperbackformat – eine der ansprechendsten und informativsten ihrer Art, die sich auch wundervoll im Buchregal aufbewahren lässt.

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