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Geschichte Japans

Ulrike Dansauer
Dienstag, 20. Januar 2009

Geschichte Japans
Manfred Pohl
C.H.Beck
4. aktualisierte Auflage, München 2008
109 Seiten
€ 7, 90
ISBN: 978-3-406-47990-8

Der Titel „Geschichte Japans“ beschreibt prägnant das Buch, denn genau das vermittelt Manfred Pohl in seinem Werk. Er fängt mit der Vor- und Frühgeschichte Japans an, betrachtet die Hochblüte japanischer Kultur, geht über zu der Herrschaft der Ritterfamilien, der Epoche der Bürgerkriege und der Meiji-Zeit, geht auf den China-Handel und die wirtschaftliche Entwicklung ein, untersucht die Auswirkungen des Ersten und Zweiten Weltkrieges auf Japan und betrachtet insgesamt gesehen die Politik und Wirtschaft bis heute. Er betont die Vermittlerrolle Koreas zwischen China und Japan (nicht immer ganz freiwillig), den Einfluss der beiden asiatischen Länder auf Japan und relativiert die rasche Modernisierung Japans, indem er herausstellt, dass die wirtschaftlichen und staatlichen Grundlagen dazu schon im 19. Jahrhundert gelegt worden waren. Dabei schafft er es, einen großen Zusammenhang herzustellen, an gegebener Stelle auf spätere Entwicklungen hinzuweisen und trotz der Kürze des Buches das Gefühl zu vermitteln, dass alles Wichtige gesagt worden ist, ohne krampfhafte Kürzungsversuche zu unternehmen oder die Ereignisse zu einer bloßen Aufzählung verkommen zu lassen. Wie aber in manch anderen Werken dieser Art auch, fehlt leider das Alltagsleben der einfachen Leute, und Frauen werden nur nebenbei erwähnt. Für Manga-, Anime- und natürlich Japanfans zu empfehlen, denn hier werden die geschichtlichen Hintergründe, die von Mangas und Animes gerne aufgegriffen werden, dargelegt. Ich persönlich habe z.B. mit besonderem Interesse das Kapitel über Oda Nobunaga gelesen, der zwar Japan geeint hat, das aber als skrupelloser Gewaltherrscher, und diese Informationen verglichen mit dem Manga „Mr. Zipangu“ (erschienen bei Ehapa), in dem Nobunaga zwar als verrückt, aber nicht so extrem skrupellos geschildert wird. Interessant auch der Vergleich Manga und Historie bezüglich der beiden Verbündeten Nobunagas Tokugawa Ieyasu und Toyotomi Hideyoshi. Hideyoshi ist im Manga wie in der Geschichte Nobunagas Vertrauter, Ieyasu im Manga der kindliche Thronfolger und unfreiwillige Begleiter Nobunagas, in der Geschichte der Fürst von Mikawa und ein Bündnispartner.

Fazit: Insgesamt gesehen gelungen.

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