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Das erste Schwert

Ulrike Dansauer
Dienstag, 03. Februar 2009

Anna Kashina
Das erste Schwert
The First Sword
dtv
Ins Deutsche übersetzt von Martin Baresch
München 2008
638 Seiten
€ 9, 95
ISBN: 978-3-423-21085-0

Skips einfaches Leben als gewöhnlicher Sohn eines Schmiedes gerät eines Tages völlig aus den Fugen: Er, sein Bruder Erle und ihre Freundin Ellah nehmen von einem sterbenden Adligen ein geheimnisvolles Päckchen an, das der Mann vor der Kirche in Sicherheit bringen will. Seitdem werden sie von einem unbekannten Meuchelmörder und den Schergen der Kirche gejagt. Ohne die Hilfe von Kara, einer schönen und in den Kampfkünsten äußerst bewanderten Kriegerin, wären sie schon längst in die Hände der Kirche gefallen. Allerdings hütet Kara ihre eigenen Geheimnisse, und die scheinen nicht ganz konform zu gehen mit der Absicht von Skip und seinen Freunden, den Inhalt des Päckchens und ein außergewöhnliches Schwert zu den Bewahrern zu bringen, die ihrerseits gegen die Kirche ankämpfen.

Spannend geschriebener, in sich abgeschlossener eher klassischer Fantasy-Roman, der mit einer typischen Queste, viel Action, viel Herzschmerz und politischen Verwicklungen aufwartet. Auffällig wie öfter in Fantasy-Romanen ist auch hier, dass die Kirche durchweg einseitig negativ wegkommt. Sie wird dargestellt als bösartige Macht, die andersartige Menschen ausmerzt und die Menschen insgesamt unterdrückt und ihnen ihren Willen aufzwingt. Parallelen zur Realität in der Geschichte der christlichen Kirche (und tyrannischer weltlicher Politik) sind zwar nicht zu leugnen, aber der Grundgedanke der Kirche an sich ist der einer vertrauensvollen Gemeinschaft, in der sich Gläubige treffen und gemeinsam ihren Glauben ausleben können. Was aus diesem Grundgedanken in der Realität wird, hängt von den einzelnen Kirchenvertretern ab, die zwar nicht nur „gut“, aber eben nicht alle nur „schlecht“ sind, zumal sich gerade die Kirche sozial engagiert. Fantasy darf also ruhig mit dem Thema Glauben und Kirche differenzierter verfahren!

Fazit: Spannend geschriebene, eher klassische Fantasy, aber bezüglich der Darstellung der Kirche extrem einseitig!

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