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Immer wieder Käfer

Jens Rodemer
Samstag, 06. September 2008

Kennen Sie das? Sie haben ein Spiel installiert, starten es, fangen an zu spielen und ... dann Bugs.

Das heißt, es geht auf Patchsuche. Das geht noch recht einfach, aber leider findet man nur zu oft die Patches dann auf langsamen oder überlasteten Seiten. Der Download dauert mit etwas Pech länger als die Installation.

Wenn man nun erwartet dass man jetzt endlich ordentlich spielen kann, sieht man sich rasch getäuscht

So habe ich vor kurzem „Die Gilde: Goldedition“ erworben und gespielt.

Das Spiel ist so fehlerhaft, dass es fast unspielbar ist, und das, obwohl es sich „Gold-Edition“ schimpft UND der Anbieter JOWOOD seit seinem Erscheinen am 31. Juli 2003 mehr als genug Zeit hatte, die Software zumindest mit Patches in einen einigermaßen akzeptablen Zustand zu versetzen.

Dieses Spiel war für mich das bis jetzt das am schlimmsten von Bugs befallene Spiel.

Besonders tragisch ist bei diesem Produkt, dass die Ideen sehr interessant und viel versprechend sind:

Man selbst als Oberhaupt einer Familie ab dem Jahre 1400. Verschiedene illegale und legale Berufe mit den dazugehörigen Betrieben, das hat schon was

In den Berufen kann man verschieden Meistergrade erreichen. Die Betriebe kann man upgraden und sogar die politische Bühne betreten

All das hört sich sehr gut an, aber z.B. die so genannten Meister („KI“ gesteuerte Figuren, die eigene Betriebe führen können), welche man für seinen Betrieb einsetzen kann, verkaufen ihre produzierten Waren nicht,versäumen es, für ausreichend Rohstoffe zu sorgen, oder stehen schlicht untätig herum.

Dieser Fehler wäre allein nicht so tragisch, es wird aber noch schlimmer: Verstorbene Figuren stehen in den Betrieben herum, KI-gesteuerte Prediger blockieren die Straßen, unerklärlicher Geldverlust am Jahresende schmälert die Kassen.

Die Urfassung erschien 2002, und ich möchte nicht wissen, wie viele Fehler die hatte.

Das hier angesprochene Spiel soll hier nur als Beispiel dienen, denn mit diesem Problem musste sich bereits die Spielergeneration vor uns herumschlagen. Es zieht sich durch alte und neue Spiele gleichermaßen – und die Frage nach den Ursachen kann auf verschiedene Arten beantwortet werden:

Sind es die Programmierer, die ihre Arbeit nur stümperhaft erledigen? Oder die Publisher, die mit Nachdruck auf die Entwicklerstudios einwirken und auf Biegen und Brechen auf die Einhaltung von Fertigstellungsterminen pochen? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem.

Die Hauptursache jedoch liegt meiner Meinung nach in der Akzeptanz der Käufer. Denn warum sollten die Spieleanbieter abwarten, bis die Spiele wirklich spielbereit sind? Diese möchten in erster Linie Geld verdienen. Wenn dies auch mit dem Verkauf von Software im Beta-Stadium geht – umso besser. Die Spiele werden unfertig auf den Markt geworfen – und die Käufer zahlen gerne ihre 40,- €, um dann letztlich nur als Beta-Tester fungieren zu dürfen.

Fazit: Solange wir Käufer auch bei bekanntermaßer verbuggten Spielen in Scharen in die Läden laufen, um viel Geld für kaum spielbare Neuerscheinungen auf die Theke legen, ändert sich nichts. Dann dürfen wir uns nicht beschweren, denn wir bekommen nur, was wir verdienen!

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